Kinderturntest PLUS

Der Kinderturntestest wurde in der ersten Jahreshälfte 2018 gemeinsam mit der Kinderturnstiftung Baden-Württemberg, dem Amt für Bildung, Betreuung und Sport und vielen Helfern aus Häfler Sportvereinen erneut durchgeführt

Um die Sportvereinsmitgliedschaft, den Gewichtsstatus sowie die sportmotorische Leistungsfähigkeit der sechs- bis zehnjährigen Grundschulkinder in Friedrichshafen zu erheben, hat der Stadtverband Sporttreibender Vereine (SSV) - im Auftrag der Stadt Friedrichshafen - den Kinderturn-TestPLUS im Jahr 2018 zum zweiten Mal durchgeführt. Der Kinderturn-TestPLUS wurde vom Forschungszentrum für den Schulsport und den Sport von Kindern und Jugendlichen der Universität Karlsruhe unter der Leitung von Prof. Dr. Klaus Bös entwickelt. Durch dieses standardisierte Testverfahren ist es möglich, die motorische Leistungsfähigkeit in allen fünf koordinativen und konditionellen Fähigkeitsbereichen zu erfassen. Hierzu gehören Beweglichkeit, Koordination, Ausdauer, Schnelligkeit und Kraft. Diese wiederum werden durch folgende acht Testmodule geprüft:

  • 20m-Sprint
  • Balancieren rückwärts
  • Seitliches Hin- und Herspringen
  • Rumpfbeuge
  • Liegestütz
  • Sit-Ups
  • Standweitsprung
  • 6min-Lauf

Eine ausführlichere Beschreibung der einzelnen Übungen mit weiteren Informationen (Testleiterinstruktion, Messwertaufnahme, Fehlerquellen, Testaufbau und Testmaterial) wurden im Testmanual publiziert. Die genaue Beschreibung der Testaufgaben kann  hier entnommen werden.

Kinderturn-TestPLUS im Jahr 2012

Der Sportverband hat bereits in der ersten Hälfte 2012 den Kinderturn-TestPLUS  durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass die Kinder besonders im Bereich der Koordination sehr gut abschneiden. Nur 16% der Kinder weisen hier unterdurchschnittliche Werte auf. Bei den anderen motorischen Fähigkeiten zeigt sich, dass überall mehr als ein Viertel der Kinder unterdurchschnittliche Werte aufweisen. Positiv ist dennoch, dass fast überall 50 % der Kinder dennoch überdurchschnittliche Werte erzielen. Den größten Anteil an Kindern mit Defiziten zeigen Schnelligkeit und Kraft. Neben den motorischen Fähigkeiten wurde auch der BMI der Kinder ermittelt. Bedauerlicherweise wurden - aufgrund eines Rechenfehlers des Schwäbischen Turnerbundes - falsche Zahlen zum Gewichtsstatus berichtet. Im Vergleich mit den Daten aus 2018 wurden selbstverständlich die richtig berechneten Daten von 2012 herangezogen. Dies bedeutet jedoch, dass sich die Zahlen von den damals berichteten Zahlen unterscheiden.

Weitere Ergebnisse aus dem Jahr 2012 können hier entnommen werden.

Kinderturn-TestPLUS im Jahr 2018

In der ersten Jahreshälfte 2018 (Februar bis Mai) wurde der Kinderturn-TestPLUS erneut durchgeführt. In Friedrichshafen gibt es 13 Grundschulen, von denen zehn Regelschulen sind. Ebenso wie 2012 wurde der Kinderturn-TestPLUS zudem an der Merianschule und an der August-Friedrich-Osswald-Schule - zwei Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) - durchgeführt. Die Tannenhagschule wurde nicht getestet, weil diese Schule den Förderschwerpunkt auf der geistigen Entwicklung hat und aufgrund dessen eine Durchführung des Tests nicht in üblicher Art und Weise möglich wäre. Im Schuljahr 2017/2018 gab es 2373 Grundschulkinder in Friedrichshafen, wovon 2096 Kinder getestet wurden. Dies entspricht einer Teilnehmerquote von 88,3 %. Mit in die Auswertung einbezogen wurden 86,9 % bzw. 2062 Kinder. Für die Testung einer Schulklasse wurde eine Doppelstunde Sport, das heißt 1,5 Stunden eingeplant; dabei wurde in 45 Minuten die Hälfte der Klasse getestet während die andere Hälfte vom Lehrer betreut wurde; anschließend wurde gewechselt. So wurden für alle Schulen insgesamt 45 Testtage angesetzt, die von 25 Testhelfern gestemmt wurden.

Für die Auswertung wurden die Ergebnisse durch eine anonymisierte Verarbeitung zusammengeführt. Da die Namen und Geburtsdaten für die Wissenschaft nicht relevant sind, wurden damit keine personalisierten Daten an Dritte weitergegeben sondern es wurden lediglich die anonymisierten Daten für statistische Zwecke verwendet. Zudem wurden - auf Grundlage der Daten - passende Interventionsstrategien für ein gesundes Aufwachsen durch eine nachhaltige Bewegungs- und Gesundheitsförderung entwickelt. Hierfür wurde sich an fünf verschiedenen Handlungsfeldern (Elternhaus, Kindergarten, Schule, Sportverein und Kommune) orientiert. Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen werden Anfang nächsten Jahres bekannt gegeben.

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