Freitag, 21. Mai 2021

Wegen Corona: Keine Sportlerehrungen 2020 und 2021

Traditionell lädt die Stadt Friedrichshafen die erfolgreichsten Sportlerinnen und Sportler in die Ludwig-Roos-Halle nach Ettenkirch ein, um sie für ihre sportlichen Erfolge auszuzeichnen. Die Pandemie machte 2020 und jetzt auch 2021 der Sportlerehrung einen Strich durch die Rechnung und die feierlichen Übergaben der Auszeichnungen können nicht stattfinden.
Beachvolleyballerin Julia Sude beim Turnier in Cancun, Mexico. Bildnachweis: fivb
Julia Sude wurde mit dem Ehrenpreis „Häflerin in der großen Welt des Sports“ ausgezeichnet. Das Bild zeigt sie aktuell beim Turnier in Cancun in Mexiko. Bildnachweis: fivb

Die Sportlerehrung gilt als einer der gesellschaftlichen Höhepunkte im Terminkalender der Sportlerinnen und Sportler aus dem Spitzen- und dem Breitensport. Pandemiebedingt musste die Ehrung 2020, in der die sportlichen Erfolge aus dem Jahr 2019 gewürdigt werden, und jetzt auch 2021 für die Erfolge im Jahr 2020, abgesagt werden.

„Ich bedauere es sehr, dass ich den Sportlerinnen und Sportlern die Urkunden und Preise für ihre besonderen Leistungen und Erfolge nicht persönlich übergeben kann. Seit dem Beginn der Corona-Pandemie sind die veränderten Trainingsumstände für die Sportlerinnen und Sportler, aber auch für die Trainer und Betreuer, eine besondere Herausforderung. Dass wir die Ehrung nicht im feierlichen Rahmen, sondern per Post machen müssen, ist sehr schade. Wir hoffen, dass wir den Sportlerinnen und Sportlern im kommenden Jahr die Preise wieder direkt übergeben können. Ich gratuliere allen zu Ihren hervorragenden Leistungen und wünsche Ihnen für 2021 viel Erfolg“, so Oberbürgermeister Andreas Brand

Insgesamt sollten 294 Sportlerinnen und Sportler, die in Vereinen und Schulen aktiv sind, für ihre Erfolge in den Jahren 2019 (252 Auszeichnungen) und 2020 (42 Auszeichnungen) geehrt werden. Ausgezeichnet werden Sportlerinnen und Sportler im Schul- und Vereinssport in verschiedenen Altersgruppen, Teilnehmende bei Württembergischen bis Deutschen Meisterschaften, internationalen Großveranstaltungen, Bundesligen sowie Europa- und Weltmeisterschaften.

Julia Sude: Häflerin in der großen Welt des Sports
Für ihre besonderen Erfolge im Sportjahr 2020 erhält Julia Sude eine besondere Ehrung als „Häflerin in der großen Welt des Sports“. Mit dem Titel, der zum dritten Mal vergeben wird, ehrt Friedrichshafen besonders erfolgreiche Athletinnen und Athleten, deren sportliche Grundlagen in Friedrichshafener Sportvereinen gelegt wurden.

Julia Sude wurde in Gießen geboren und besuchte das Graf-Zeppelin-Gymnasium. Ihre Volleyball-Karriere begann sie in der Damenmannschaft des VfB Friedrichshafen. Ihre weiteren sportlichen Stationen waren in der Regionalliga in Wilhelmsdorf, in der 2. Liga in Biberach sowie in den 1. Ligen in Schaffhausen, in Aadorf (Schweiz) und beim VC Dornbirn (Österreich).

Die 33-Jährige ist seit 15 Jahren erfolgreich im Beachvolleyball. In all den Jahren sammelte sie eine Vielzahl von Medaillen bei internationalen Wettkämpfen, unter anderem 2006 die Silbermedaille bei der U21-Weltmeisterschaft. Julia Sude ist mehrfache Deutsche Meisterin und Militär-Weltmeisterin. Auf der World Tour etablierte sich Sude schnell und gewann die zwei höchst dotierten Turniere dieser Meisterschaft. Darüber hinaus stand sie über zehn Mal auf dem Siegertreppchen. 2017 lag sie zudem auf dem ersten Platz im World Ranking.

Mit dem Preis „Häflerin in der großen Welt des Sports“ würdigt die Stadt die hervorragenden sportlichen Leistungen Sudes, die in Friedrichshafen begonnen haben und wünscht ihr für ihre Zukunft alles Gute.

Jost, Springer, Becker, Schüle, Vogelgsang und die Sportfreunde Abteilung Kegeln sind Sportler des Jahres 2019
Die Wahl zu den Sportlerinnen und Sportlern sowie zur Mannschaft des Jahres  sind ein fester Bestandteil der jährlichen Sportlerehrungen. Wie in den Vorjahren wählte eine Jury, der Vertreter der Sportredaktionen beider Tageszeitungen, des Stadtsportverbandes (SSV) und des Amtes für Bildung, Betreuung und Sport angehören, die zu Ehrenden aus. Dabei spielt die Kontinuität über ein ganzes Sportjahr eine wichtige Rolle.

Sportlerin des Jahres 2019 wurde Claudia Vogelgsang vom VfB Friedrichshafen, Abteilung Badminton. Sie hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich mit einem ersten und dritten Platz in der Senioren-Weltmeisterschaft im Damen-Einzel und im Damen-Doppel. Zudem platzierte sie sich jeweils auf Rang drei in der Deutschen Senioren-Meisterschaft im Damen Einzel und Doppel sowie im Mixed.

Zum Sportler des Jahres 2019 wurde Jürgen Schüle vom VfB Friedrichshafen, Abteilung Kanu gewählt. Seine Liste der ersten Plätze bei der Deutschen Meisterschaft im Einer-Kajak, Zweier-Kajak und im Vierer-Kajak ist lang. Er erreichte sechs erste Plätze in den verschiedenen Klassen der Herren Senioren über die Strecken von 200, 500 und 1000 Meter. Drei erste und zwei zweite Plätze errang er bei den European Master Games in unterschiedlichen Klassen.

Nachwuchssportlerinnen des Jahres wurden Paula Louise Becker und Sarah Springer im Segeln. Sie starten für den Württembergischen Yachtclub e.V. in der Mannschaft und erreichten bei der Jugend-Weltmeisterschaft Platz zwei in der 29er Klasse der Junioren U16. Bei den Jugend-Europameisterschaften belegten sie Platz vier ebenfalls in der 29er Klasse der Junioren U16.

Ebenfalls aus dem Württembergischen Yachtclub e.V. kommt der Nachwuchssportler des Jahres 2019. Es ist Leon Jost, der bei den Weltmeisterschaften im Segeln Optimist der Junioren Rang 23 belegte. Die EM/WM Ausscheidung im Segeln beendete er als Siebter.

Zur Mannschaft des Jahres 2019 wurde die 1. Mannschaft der Sportfreunde FN e.V. im Sportkegeln mit Lukas Funk, Celestino Gutierrez, Mario Listes, Darko Lotina, Dejan Lotina, Zdravko Lotina, Nicolai Müller, Jörg Schnell und Michael Weber gewählt. Sie belegten in der 2. Bundesliga Süd-West im Kegeln den ersten Platz. Zudem wurden sie Württembergische Pokalsieger.

2020 wurden aufgrund der wenigen Sportveranstaltungen und der geringen Nennungen keine Jahres-Sonderehrungen vergeben.