Dienstag, 15. März 2016
Kategorie: Ehrenbrief

Ehrenbrief für Verdienste um den Sport

Mit dem Ehrenbrief der Stadt Friedrichshafen werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich durch ihre besonderen Leistungen um die Stadt Friedrichshafen und ihre Bürgerinnen und Bürger verdient gemacht haben. Der Gemeinderat hat am 01.02.2016 die Verleihung des Ehrenbriefes an Herrn Helmut Zirk beschlossen.

Helmut Zirk wurde am 09. Dezember 1950 im Rumänischen Busiasch (einem Badekurort in der Nähe von Temesvar) geboren. Schon früh galt seine Leidenschaft den Ballsportarten. Nach zwei vergeblichen Fluchtversuchen in den Jahren 1975/76 wurde ihm im Jahre 1979 zwar die Ausreise genehmigt, jedoch ohne seine Frau. Erst als auch sie 1981 ausreisen durfte, wagte er den Neuanfang im Westen. Über die Durchgangslager Nürnberg, Rastatt und Weingarten kam der Deutschrumäne nach Oberschwaben, wo er mit seiner Frau und bis dahin zwei seiner drei Kinder zunächst in Ravensburg eine Wohnung bezog. Von Anfang an engagierte sich der ausgebildete Sportlehrer in den lokalen Vereinen, zunächst beim TV Weingarten als Spielertrainer, wo ihn die damalige Häfler Abteilungsleiterin Volleyball entdeckte und 1984 nach Friedrichshafen holte. In der Zwischenzeit in Uhldingen-Mühlhofen und an der Droste-Hülshoff-Schule in Friedrichshafen als Sportlehrer angestellt begann er zusammen mit den Bundesligaspielern Herrn Stein und Herrn Gerson, die Jugendarbeit im männlichen Bereich der Volleyballabteilung zu professionalisieren. Jede freie Minute verbrachte er entweder bei Trainingseinheiten, Wettkämpfen oder in den Häfler Schulen bei Sichtungsmaßnahmen. Jeden Jugendlichen, der auch nur den Anschein erweckte, dass er größer als 1,90 m werden könnte, bzw. auch dessen Eltern, sprach er an und versuchte, ihn für den Volleyballsport zu gewinnen. Die Entwicklung eines Trainerteams war die Folge des enormen Zulaufs. Mit dem Gewinn des IDUNA-Cups 1986 konnte der erste überregionale Erfolg verbucht werden.

Auch der Württembergische Volleyballverband wurde auf ihn aufmerksam und stellte ihn 1990 als Verbandstrainer ein. Zahlreiche Deutsche Meistertitel und Platzierungen mit der Häfler Vereinsjugend und mit den Württembergischen Auswahlmannschaften sind der Beweis seiner erfolgreichen Arbeit. Mehr als 10 spätere Bundesligaspieler waren bei ihm in der Ausbildung. Bekanntester ist sicherlich Max Günthör, aktueller Nationalspieler und Kadermitglied der Bundesligamannschaft des VfB Friedrichshafen. In der Saison 1993/94 sprang Helmut Zirk kurzfristig als Trainer der Bundesligamannschaft ein. Dank seiner Erfahrung als langjähriger Co-Trainer erreichte er mit dem Team auf Anhieb Platz 2 der Meisterschaft. Am 28. August 2009 war jedoch ein schwarzer Tag in seinem Leben. Nach einer geplanten Hüftoperation, die der volleyballverrückte Sportlehrer extra in die Sommerferien terminierte, um danach wieder als Trainer in der Halle zu stehen zu können, erlitt er in der Reha einen schweren Schlaganfall. Mit unglaublicher Willenskraft kämpfte er sich danach wieder zurück ins Leben. Während am Anfang zunehmend Sprachtraining und Gehübungen im Vordergrund standen war bald klar, dass er wieder in die Sporthalle zurück will. Heute trainiert der 64-jährige wieder täglich Jugendmannschaften des VfB Friedrichshafen und ist als Co-Trainer der Damen-Regionalligamannschaft tätig. Sein immenses Fachwissen vermittelt er auch an seine Trainerkollegen. Von geringen Sprachstörungen und Einschränkungen in der Bewegung lässt er sich nicht aufhalten. Herr Zirk ist ein Vorbild als Mensch und Trainer für alle im Sport Engagierten.

(Quelle: Stadt Friedrichshafen)